Between The Light (Book)

 

Photobooks have always been a terrific option to present a body of work.
This is the story about my recently finished "Between The Light" project

 

I included a German translation for this post

Am Ende eines langen Projekts steht man selbst häufig vor der Frage, ob man das Ende bereits erreicht hat und die Arbeiten vor dem Abschluss stehen oder nicht. Was als einfache nächtliche Ausflüge begann, entwickelte sich zu einem für mich spannenden fotografischen Projekt. Über einen Zeitraum von beinahe 4 Jahren habe ich eine große Sammlung an Bildern erschaffen, die nun darauf warteten begutachtet und kombiniert zu werden. In diesen 4 Jahren habe ich viel Zeit damit verbracht zu reisen und auf vielen nächtlichen Spaziergängen zu fotografieren. Diese Spaziergänge in den frühen Morgenstunden erfüllten mich mit großer Freude und Zufriedenheit, wobei ich den Ausflügen bei Nacht oft mit einer Mischung aus Respekt und freudiger Erwartung gegenüber stand. So war ich doch häufig mit meiner Kamera an Orten alleine unterwegs, die ich nicht kannte. Bilder, die dabei entstanden und eine Atmosphäre von Dunkelheit und Ruhe ausstrahlen, waren die Belohnung für mein frühes Aufstehen.

Das gesamte Projekt entstand in San Francisco, einer Stadt, die in all ihren Facetten täglich von unzähligen Fotografen, Touristen und Künstlern dargestellt wird. Was konnte ich zu diesen Bildern beisteuern? Mein Konzept war einfach, ich wollte mich ausschließlich auf Nacht und "Low-Light"-Aufnahmen konzentrieren und sammelte deshalb Bilder, die in einem Zeitfenster von kurz vor Sonnenuntergang bis kurz nach Sonnenaufgang entstanden sind. Eine weitere Einschränkung war die Wahl meines fotografischen Mediums. Bewusst hab ich mich für analoge Mittelformat Kameras des Typs Hasselblad und Rolleiflex entschieden. Somit war ich an das quadratische Aufnahmeformat gebunden. Dieses ausgewogene Seitenverhältnis wollte ich mit Kompositionen füllen, die Spannung erzeugen und die Harmonie des Quadrates gezielt brechen.

Für mich war früh klar, dass Nachtaufnahmen die Verwendung von Farbfilm erfordern, da das Spiel der Lichter und Farben bei Nacht ein wichtiger Teil der Bildsprache ausmachen sollte. Der Charakter einer Stadt bei Nacht unterscheidet sich deutlich vom deren Gesicht bei Tag. Farben, Licht und Schatten spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Wahl viel auf Farbnegativfilm, der es mir erlaubte feine Details in den Schatten wiederzugeben, die sonst in der Dunkelheit verborgen geblieben wären. Ich konnte somit weniger bekannte Orte ins Licht setzen und deren Schönheit darstellen.

Menschen, die in einer Stadt leben, sehen diese oft mit anderen Augen, als Besucher. Für diese Menschen ist ein Hinterhof, ein Straßenzug ein Vorgarten der Lebensmittelpunkt und sie erfreuen sich an diesem Anblick Tag für Tag. Sie entdecken die Schönheit in den einfachen Dingen um sie herum. Ein Tourist entdeckt die Stadt mit anderen Augen und ist häufig blind für Szenen des Alltags. Ich wollte diese Spannung etwas deutlicher untersuchen. Während meines ersten Aufenthalts in San Francisco war ich begeistert vom Überqueren der Golden Gate Bridge. Ein Moment der Freiheit, der sich anfühlte sich, als würde mir die welt zu Füßen liegen. Je mehr Zeit ich allerdings in der Stadt verbrachte desto deutlicher verschob sich mein Fokus. Ich begann damit die Stadt zu entdecken, Viertel für Viertel und Stadtteil um Stadtteil. Ich war neugierig darauf zu sehen, wie all diese Ort ebei Nacht und menschenleer aussehen würden. Ich wollte genau diesen Unterschied darstellen, eine Stadt mit der Wahrnehmung eines Fremden, im Vergleich dazu, wie sie die Bewohner wahrnehmen würden. Die Nacht war mein Verbündeter und ich nutze sie als Werkzeug, um meinen Standpunkt zu untermauern. Diese ungewohnte Darstellung, eines bekannten oder unbekannten Platzes bei Nacht, begeisterte mich für eine sehr lange Zeitraum und es kann gut sein, dass diese Begeisterung erneut aufflammt.

Anfang des Jahres entschied ich mich dazu die aufgenommen Bilder in ein Buchprojekt zu fassen. Mit der Hilfe zweier guter Freunde machte ich mich an die Planung des Projekts. Ein Wettbewerb, ausgeschrieben von einer Fachzeitschrift für Fine-Art Druck, gab den entscheidenden Anstoß.

In den folgenden Wochen arbeitete ich eng mit Johannes Meger zusammen und wir diskutierten über das Layout und die Bildfolge. Wir editierten die finale Auswahl an Bildern für das Buch und besprachen Designoptionen. Insgesamt dauerte diese Arbeit länger als erwartet, doch das Ergebnis entsprach voll und ganz meinen Erwartungen. Die Arbeit hatte sich gelohnt. Jesse Struyvelt aus Belgien erklärte sich freundlicherweise bereit ein kurzes Vorwort für das Buch zu schreiben. Für die ganze Arbeit möchte ich Hannes und Jesse herzlich danken. Ohne sie wäre das Buch nicht in der Weise zu verwirklichen gewesen. Vielen Dank euch beiden!

Um das Buchlayout besser bewerten zu können, entschloss ich mich bei Blurb einen ersten Probedruck zu bestellen. Die Qualität war absolut überzeugend. Nach wenigen Änderungen bestellte ich die erste kleine Auflage von drei Büchern.

Die Wahl des Papiers und das Formats für das Buches legen nahe, dass es kein Buch für große Auflagen ist und eher für Buchliebhaber gedacht ist, die meine Faszination für schöne Bücher teilen.

Somit stehe ich am Ende eines langen Projekts, halte mein ersten Fotobuch in den Händen und bin einfach nur glücklich über das, was ich erreicht habe. Es bleibt der Blick nach vorne, auf das was als nächstes kommt.

 

It has been a long project, but in the end I was not even sure if I am ready to wrap it all up and call it quits. What begun as a simple exploration and not really a project has evolved to a big collection of images that I have gathered over a time period of almost 4 years. I spend these four years with traveling and walking. My morning walks gave me an enormous joy and satisfaction. My night explorations were a mix of excitement and respect for being out there in the night with a camera on my shoulder and sometimes not even knowing where to go. The mixture of early morning atmosphere with the darkness and quietness of the night in the final collection of images is the reward for getting up very early and often moving outside of my comfort zone. 

My whole project was created in San Francisco, a city well known by many and captured in all its facets by tourists, photographers and artists every single day. What could I possibly add to this vast amount of images? The concept was simple: I wanted to concentrate on night and low light images gathered between sunset and sunrise, or with other words from dusk till dawn. The other essential limitation of this project was my choice of equipment. I exclusively used 6x6 medium format cameras. To be more precise I trusted my old Hasselblad 500cm and a Rolleiflex 3.5F. With this decision made, I was committed to the square format that helped me tie together all these different scenes and show all these places with a common feature, the 1x1 aspect ratio. There is a certain quality of this format which I enjoy a lot. All images start with the perfect balance and it is up to me to fill the frame with an exciting and compelling composition that plays with the balance and breaks it up to introduce a more dynamic image. 

The final constrain and limitation was the use of color film. I love black and white but the time frame I chose to show the character of the city called for a vivid use of color. Cities show a different face during nighttime. It is all about the play between shadows, light and color. I learned very quickly that my choice of film gave me many benefits when capturing night scenes. I was able to put light on areas that otherwise would be hidden in the dark. I revealed less common locations and showed their beauty. 

People living in the city don't normally walk out and check all the common places tourists would visit on their journey. People living here often find the beauty of their environment in the small quarter they call home.  We can find beauty in the most banal and common scene. I wanted to explore this tension a bit more.

What was it that caught my interest during my first stay in the city: of course it was an early morning ride across the Golden Gate Bridge. It was a moment of freedom and it felt like exploring the other side of the world would open up uncountable opportunities. The more I spent time in the city my perspective shifted to a narrower view on things. I explored quarter by quarter, neighborhood by neighborhood and I was curious to see how all these places would look at night without people on the sidewalks and hopefully without cars and other distractions. I wanted to show the difference of a city explored by a stranger to how a local would experience the city. I used the night as a tool of making a drastic statement. This unusual way of seeing common subjects or even an uncommon scene was something that kept my interest for a long time and I am even not sure if I am at the final stage yet. But it was time to wrap up what I have gathered so far.

Early this year I decided to make a book. With the help of two close friends and remarkable photographers I started to plan the project. It was soon clear that printing on demand was the only real choice for me. A award announced by a fine art printing magazine in Germany finally got me started.

Now the real work begun. I sat together with Johannes Meger and we discussed the sequence of the images, edited the final selection and thought about the layout and design options. This all took way longer than expected, but the final book totally matched my expectations. It was well worth the effort. Jesse Struyvelt from Belgium was kind enough to write an introduction to the book. I would like to thank both Hannes and Jesse for their support and help with my book. It would not have been the same without you. Thank you guys!

When we finally finished the layout I looked forward to see the first print and therefore I decided to order a proof print from Blurb. I was very happy with the quality that Blurb delivered.  Their ProLine paper is magnificent. I was really blown away. The print quality is of course not really comparable to a real phot prints, but I think Blurb does an amazing job with their experience in digital offset printing. After some additional changes of the layout and after correcting some minor mistakes I was able to order my first small edition of three books. With all my choices of paper, size and type of book it was clear that is not a book geared towards a big audience but more a book that holds my quality expectations and would be available for people who share my excitement for a good quality print.

So here I am, a long project finished, my first personal photo book in hands, happy about what I achieved and excited about what is next to come.